Hanfparade & Hamburger Hanffest 2001
Hamburg 2001
Die zwei größten deutschen Hanf-Feste, -Paraden oder Events, wie immer man sie auch nennen will sind gelaufen. Da wäre zum einen das von Sven Meyer (Highway Hellkamp) organisierte Hamburger Hanffest, das in diesem Jahr durch ein umfangreiches Programm über eine Woche begleitet wurde.So gab es außer den üblichen Filmen zum Hanffest wie Easy Rider, Viel Rauch um Nichts etc. vom 23. - 27.8. jeden Abend Vorträge im Museum für Völkerkunde, u.a. von Christian Rätsch, Roger Liggenstorfer und Mathias Bröckers. Am Samstag dann der "Hanf-Move" vom Fischmarkt über die Reeperbahn bis in den Schanzenpark und, wie immer im Park, das große Chillen bis in den späten Abend. Und wie war's ? Wie immer eigentlich, schön voll, schön relaxed, schön spacige Musik, Hippiehaus, Deep Dive Corporation und natürlich wie immer die ständigen Hanffest-Gäste Tranceformation sowie diverse andere Bands sorgten für die richtigen musikalischen Räucherstäbchen, das Publikum und das gute Wetter besorgten den Rest. Im Park blieb es auch diesmal friedlich, allerdings sorgte der Hamburger Wahlkampf dieses mal doch für ein paar Verhaftungen, vier Festnahmen und neun Anzeigen wegen Besitzes, 66 Personenkontrollen, das zeigt in etwa die Richtung auf in die Hamburg sich bewegt wenn das nächste Jahr hier die CDU regiert. Davon ließen sich allerdings die wenigsten beeindrucken, im Park selber vor der Bühne kreisten trotzdem die Tüten. In der Presse wurden 3000 Besucher genannt, davon waren etwa 1000 beim Hanf-Move dabei. Die Schlagzeile auf dem Titel der Hamburger Morgenpost, "Hamburgs größte Kiffer-Party - vor den Augen der Polizei", war wesentlich reißerischer als der große Farbbericht auf immerhin zwei Seiten. Die Leserumfrage zum Thema "Sind Joints gefährlich" wurde auch am nächsten Tag ausführlich auf einer Extra-Seite abgehandelt - überwiegend pro Cannabis, wie in den letzen Jahren. Die BILD polemisierte wieder und sah "junge Mädchen barfuß im Drogenrausch tanzen" und Kiffer, die sich berauscht auf dem Boden wälzten, der übliche Springer-Schwachsinn. Bilder vom Hanffest gibt's diesmal nicht, da die Batterie meiner Kamera leider versagte, aber die hätten auch nicht wesentlich anders ausgesehen als die vom letzten Jahr. Auf jeden Fall sorgt dieses gut organisierte kleine Hanffest jedes Jahr für viel Freude und Beachtung, hoffentlich auch nächstes Jahr.
Berlin 2001
Gut einen Monat später, am 1. September, die fünfte Berliner Hanfparade, die größte bundesweite Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel, diesmal unter dem Motto "Kein Krieg gegen Pflanzen - für Vernunft und Freiheit". Nachdem sich die Berliner Behörden mal wieder ausgetobt haben, u.a. gab es im Vorwege eine Durchsuchung des Hanfmuseums, das rechtzeitig zur Hanfparade wieder öffnen konnte mußte die Route dieses Jahr geändert werden. Der Zug startete dieses Jahr in Kreuzberg und endete vor dem Roten Rathaus in Berlin Mitte, unterwegs gab es (vor der SPD-Zentrale und dem Außenministerium) Pro-Hanf-Zwischenkundgebungen mit kurzen, politischen Redebeiträgen. Die Anti-Hanf Fraktion der Berliner Behörden hatte sich dieses mal etwas ganz Tolles ausgedacht, die Polizei befahl den Abbau von 11 Marktständen, weil die angebotenen Produkte wie Raucherzubehör, Baumwoll-T-Shirts mit Legalize!Aufdruck etc. nicht zu über 50% aus Hanf bestanden und somit keinen direkten Zusammenhang zum Thema der Veranstaltung aufwiesen. Auf die üblichen Berliner Zahlenratespiele mußte man auch nicht verzichten. Schätzungen der Polizei-Pressestelle lagen laut TAZ bei 5 - 10.000 Teilnehmern bei der Parade und 20. - 30.000 bei der Abschlußkundgebung, das Bündnis Hanfparade hätte gerne 50.000 gesehen, die BILD-Zeitung nur 6000 und das Berliner Fernsehen B1 sogar nur 3000. Am Pressestand der Hanfparade hat mir jemand was von 10.000 erzählt und Schreckensmeldungen über harte Polizeieinsätze verbreitet. Tatsächlich soll es auch einige Verhaftungen gegeben haben, aber die Polizeipräsenz war lange nicht so erdrückend wie in den letzten Jahren. Von der Hauptbühne bis zum Neptunbrunnen, in den Parks und auf den Rasenflächen vor den Bühnen wurde mehr geraucht als in den letzten Jahren, keinen hat es sonderlich interessiert. - Ein ganz besonderer Gruß geht hier an den Rastaman, der im Schatten eines Polizei-Bullis auf dem Boden saß, an das Hinterrad gelehnt, und im toten Winkel der Außenspiegel eine richtig nette Tüte weggezogen hat ;-) . Hatten die Paradewagen in den letzen Jahren hauptsächlich noch für die Beschallung auf der Abschlußfeier gesorgt, verschwanden sie dieses Jahr mehr in den Seitenstraßen, wo sich nur noch kleinere Gruppen zu Trance und Techno amüsierten. Das Programm auf der Hauptbühne vor dem Roten Rathaus war doch für viele Leute ziemlich attraktiv dieses Jahr, "Neues Glas aus alten Scherben" - eine Ton,Steine, Scherben Coverband, "Sofa Surfers", "Rockers-HiFi", "Embryo" - etlichen Althippies sicher noch aus frühen Tagen bekannt, die Berliner HipHop Crew "Spezializtz" und andere Bands in 30 Minuten -Häppchen, dazwischen die üblichen Reden von Freke Over (PDS), Tibor Harrach (Bündnis 90/Grüne) und anderen, z.B. Liedermacher Götz Widmann oder die schwäbische Koreanerin Kim, die die Legalisierungsseite "Kim-will-kiffen.de" ins Netz gestellt hat (hab ich persönlich leider verpasst). Der Wettergott verschonte uns diesmal auch vor Hagelschauern, der Himmerl blieb fast durchgehend sonnig. Was mir aber auch dieses Jahr wieder gestunken hat ist das mangelnde Angebot an kalten Hanfgetränken. Bis auf das leckere "Red Canny", das es - an einem! Stand - frisch aus dem Faß gab nur stinknormales Schultheiß. Dupetit verkauft seinen Cannabia Hanftrunk anscheinend nur noch in Flaschen, noch unverständlicher aber das ausgerechnet die Berliner Bier-Company keinen "Turn" Stand auf der Hanfparade hatte
Bilder
von der Hanfparade Berlin 2001
Bitte etwas Geduld beim Aufbau der Seite,
wer sich auf einem der Bilder wieder erkennt
und das lieber nicht im Web sehen möchte soll sich melden, dann
wird das Bild entfernt. Ansonsten
wünsch ich euch viel Spaß mit den Bildern.