Einige kleine Anmerkungen vorweg: Die Heidelberger Deklaration wurde 1996 von Werner Pieper und John Beresford verfaßt und in Ausgabe 9/1996 der HANF! veröffentlicht. Genau diese Seite nahm Ex-Familienministerin Nolte zum Anlaß und stellte einen Indizierungsantrag gegen die HANF! bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Frau Nolte hat darin u.a. den "öffentlichen Aufruf zum Drogenkonsum" gesehen. Persönlich halte ich einige Punkte für diskussionswürdig, im Großen und Ganzen stimme ich diesem Manifest jedoch zu. An der Reaktion von Frau Nolte kann man jedoch klar sehen, daß offene und kritische Diskussionen zum Thema Drogenpolitik unerwünscht sind und wieder mal unterdrückt werden sollten. Der Indizierungsantrag ist allerdings nicht durchgekommen :)
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Wir, die Anwesenden der 1. Int. Konferenz über die Opfer im "Krieg-den-Drogen" (25.2.96) und andere an der Thematik Interessierte erklären hiermit unter dem Motto
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* Religiöse, rituelle, hedonistische und medizinische Nutzung natürlicher Drogen, z.B. Cannabis, Zauberpilze, begleiten die Menschheit von Urbeginn an.
* Der Gebrauch dieser und der ihnen entsprechenden synthetischen Substanzen, z.B. LSD,MDMA, gehören nicht pauschal illegalisiert. Von dieser Regel mag es vernünftige Ausnahmen geben. Gefängnis kann dabei aber nie eine wirkliche Hilfe sein.
* Die repressive Politik der vergangenen Jahre und die von ihr erzeugten Marktmechanismen bewirken mehr individuelle und gesellschaftliche Schäden, als diese Drogen je könnten.
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die oft brutalen Methoden, mit denen Menschen wegen Gebrauch und Handel von Drogen in Malaysia, Saudi Arabien, den USA und anderen Ländern kriminalisiert, inhaftiert und in einigen Gebieten sogar zum Tode verurteilt werden. Dies sind irrationale Akte sozialer Kontrolle ohne generalpräventive Wirkung, die Menschenrechte verletzen. Drogenprobleme lassen sich nicht strafrechtlich, sondern nur präventiv therapeutisch lösen. Es ist also eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gleiches gilt für den Gebrauch suchtbildender und toxischer Drogen wie Heroin, Kokain, Amphetamine etc.
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den zügellosen Gebrauch von Drogen, weder der psychedelischen, noch der legalen oder illegalen Suchtdrogen. Wir wollen dazu beitragen, daß diese Mittel vernünftig, gesundheits- und verantwortungsbewußt genutzt werden. Die Kriminalisierung bewirkt in der Regel das Gegenteil.
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um Aufklärung der Öffentlichkeit, insbesonders von Jugendlichen. Wir wollen realistische und glaubwürdige, weil auf eigenen Erfahrungen und nicht auf veralteten Theorien und staatlicher Propaganda basierende, Informationen über Drogengebrauch, Wirkungen und Risiken verfügbar machen. Keiner politischen Macht steht das moralische Recht zu, den Gebrauch psychoaktiver Substanzen pauschal zu verbieten.
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für jeden erwachsenen und kompetenten Menschen die freie Wahl der psychoaktiven Substanzen zur Erforschung eigener, nicht-alltäglicher Bewußtseinzustände. Dafür muß die Voraussetzung geschaffen werden, daß umfassende fachkundige Orientierungshilfen statt pauschaler Verteufelung angeboten werden.
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- die umgehende Amnstie von Opfern des Drogenkrieges.
- nationale und internationale Abkommen, die einer Entkriminalisierung entgegenstehen, zu überdenken und neu zu formulieren.
- das Ende des Drogenkrieges.
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